Juristen sind gar nicht so....

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Bei allem Ernst der Tätigkeit haben Juristen - wenigstens einige von ihnen - den Humor nicht verloren. Das ist auch bitter nötig, weil der Beruf des Juristen, ganz gleich wie und wo er ausgübt wird, seit eh und je Ziel der Karikaturisten und Komiker ist. Hier ein paar Beispiele, die ich in der Presse gefunden habe oder die mir von Mandanten zugetragen worden sind: Besonders beliebte Zielscheiben sind die Richter und Staatsanwälte, unter dem Motto:

"Schon wieder einer, der behauptet, unschuldig zu sein!"

Der Richter schaut von seinen Akten auf. "Sie sollen gesagt haben, der Kläger sei ein Halunke, ein Betrüger und ein Schweinehund. Stimmt das?"
"Ganz ohne Zweifel, Herr Richter - nur gesagt habe ich es nicht."

"Glauben Sie mir, Herr Richter, ich bin wirklich unschuldig!"
"Ja,ja, das sagen alle."
"Na sehen Sie, wenn es alle sagen, dann muß es ja wohl stimmen!"

Finden zwei Polizeibeamte eine Leiche vor einem Gymnasium. Sie melden es dem Staatsanwalt und fragen, fürs Protokoll, "Herr Oberstaatsanwalt, wie schreibt man denn Gymnasium?" Der überlegt und sagt: "Schleppt sie besser zur Post!"

Ein Mann kommt ziemlich spät von der Arbeit nach Hause, als ihm plötzlich einfällt,dass seine Tochter Geburtstag hat. Also stürmt er schnell noch in ein Spielzeuggeschäft,schaut sich kurz um und sagt zur Verkäuferin: "Ich hätte gerne eine Barbie-Puppe."
Die Verkäuferin fragt, welche es denn sein soll: "Wir haben 'Barbie geht einkaufen' für EUR 19,95,
'Barbie geht an den Strand' für EUR 19,95,
'Barbie geht zum Opernball' für EUR 19,95,
'Barbie fährt in Urlaub' für EUR 19,95 und
'Barbie ist geschieden' für EUR 395,00"
"Was soll denn das," fragt der Mann, "alle Barbies kosten EUR 19,95, nur'Barbie ist geschieden' kostet EUR 395,00 ?"
"Ja", sagt die Verkäuferin, "bei 'Barbie ist geschieden' ist ja auch noch'Kens Haus', 'Kens Boot','Kens Auto' und 'Kens Motorrad' dabei."




Die besten Witze finden Sie aber in der Realität. Hier ein paar echte Stilblüten aus der Alltagsarbeit deutscher Gerichte:

    "Auch eine Hose kann ein Arbeitsgerät sein."(Bundessozialgericht)

    "Auch Ochsen sind Pferde im Sinne der Richtlinien."
    (NRW Umweltministerium)




Dabei setzen die Gerichte eigentlich nur die Stilblüten im Gesetz konsequent in die Praxis um. Da kommt es schon vor, dass ein Gesetz sogar Steinen - nämlich Grenzsteinen - menschliche Züge verleiht.
Das glauben Sie nicht? - Lesen Sie es nach im § 919 Abs.1 BGB, wo geregelt ist, was ein Grundstückseigentümer vom anderen verlangen kann, wenn ein Grenzzeichen "verrückt geworden" ist.
Also, wenn das Grenzzeichen an Ihrer Grundstücksgrenze spinnt.... § 919 Abs.1 BGB hat die Lösung!


Verständlichkeit ist sicher nicht unbedingt eine Kerntugend der Rechtssprache.
Das hat der französische Staatspräsident Charles de Gaulle auf den Punkt gebracht, der gesagt haben soll:

    "Die 10 Gebote sind deshalb so klar und kurz, weil bei ihrer Abfassung keine Juristen beteiligt waren."


Zugegeben, das ist ziemlich gemein. Aber auch - oder gerade - Anwälte müssen sich einiges gefallen lassen:
Das ging schon beim großen Preussenkönig, dem "Alten Fritz" los, der auf Advocaten nicht gut zu sprechen war und dem nachgesagt wird, die Robe als Amtstracht des Anwalts eingeführt zu haben, mit der Begründung,
".... dass jeder diese von den übrigen Halunken unterscheiden könne."




Auch im Humor der Bürger kommt die Rolle der Justiz nicht gut weg. Wer hat den Spruch noch nicht gehört,

    "Vor Gott, auf hoher See und vor Gericht ist man seines Schicksals ungewiss!"

oder

    Vom Gericht bekommen Sie kein Recht, sondern ein Urteil!"

Dem Kabarettisten und Schriftsteller Dieter Hildebrand wird folgendes Zitat zugeschrieben:
    "Es reicht nicht, in Deutschland Recht zu haben, man muss immer auch mit der Justiz rechnen."

Ein ehemaliger Oberstaatsanwalt soll einer hiesigen Zeitung folgenden Witz erzählt haben:

    Ein Richter geht mit einem Freund die Straße entlang. Die beiden begegnen einer Frau, die den Richter anfährt: "Sie! Neulich hat Ihr Hund mich gebissen und mein Kleid zerrissen. Ich werde Sie verklagen! Das wird teuer für Sie!"
    "Warum gleich klagen? Ich erkenne Ihren Anspruch an und bezahle den Schaden sofort," antwortet der Richter beschwichtigend.
    "Gut, einverstanden, geben Sie mir 500 Euro, und die Sache ist erledigt", erwidert die Frau. Sie nimmt die 500 Euro und geht ihres Weges.
    "Warum hast Du der Frau denn das Geld gegeben? Du hast doch gar keinen Hund," fragt der Freund als die beiden weiter gehen.
    Darauf der Richter:" Das stimmt zwar, aber man weiß nie, wie die Gerichte entscheiden!"

Ein Anwalt würde sich hüten, sich mit so einem Witz zitieren zu lassen. So schlimm sieht es in der deutschen Rechtsprechung sicher nicht aus, aber wie schon der Volksmund sagt: "wo Rauch ist, ist auch Feuer...."

Apropos Feuer:

Anwälte geraten zuweilen in die Rolle des Zauberlehrlings, der die Geister, die er rief nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Hier ein schönes Beispiel aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo folgende wahre Geschichte den 1. Platz im "Wettbewerb der Strafverteidiger" gewonnen hat:

In Charlotte (NC) kaufte ein Anwalt eine Kiste mit hochwertigen und deshalb teuren Zigarren. Er versicherte diese, unter anderem, gegen Feuerschaden. Nachdem er die Zigarren in den folgenden Monaten vollständig aufgeraucht hatte, forderte er von seiner Versicherung Ersatz des ihm entstandenen Brandschadens. In seinem Anspruchsschreiben führte der Anwalt u.a. aus, die Zigarren wären "durch eine Serie kleiner Feuerschäden" vernichtet worden.
Unter Hinweis auf den bestimmungsgemäßen Verbrauch verweigerte die Versicherung die Zahlung.
Der Anwalt klagte...... und gewann! Das Gericht meinte, der Anspruch sei zwar unverschämt, jedoch enthalte die Versicherungspolice keinen Haftungsausschluss, so dass die Zigarren, ausweislich des Versicherungsscheins, gegen jede Art von Feuer versichert seien.
Statt ein langwieriges Berufungsverfahren anzustreben, akzeptierte die Versicherung das Urteil und zahlte sofort $ 15.000 an den Kläger, der seine wertvollen Zigarren in "zahlreichen kleinen Feuerschäden" verloren hatte.
Wie so oft kommt das Beste zum Schuß: Nachdem der Anwalt seinen Scheck eingelöst hatte, wurde er auf Antrag der Versicherung wegen "24 Fällen von Brandstiftung" verhaftet und angeklagt.
Unter Hinweis auf seine eigenen Angaben im vorangegangenen Zivilverfahren verurteilte ihn das Gericht zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten (ohne Bewährung) und einer Geldstrafe von $ 24.000.




Besonders schwer haben es die Juristen, die in der Verwaltung arbeiten. Sie bleiben von keinem Beamtenwitz verschont:

    Ein Anwalt, ein Richter und ein Verwaltungsjurist wollen zusammen Schnecken sammeln. Sie treffen sich alle drei am vereinbarten Ort und ziehen dann los. Nach einer halben Stunde kommt der Anwalt mit 171 Schnecken zurück. Noch eine halbe Stunde später kommt der Richter mit 94 Schnecken zurück. Nun warten sie noch auf den Verwaltungsjuristen. Nach drei Stunden kommt dieser endlich wieder. Er hat eine einzige Schnecke dabei. Die beiden anderen wundern sich und fragen ihn, wieso er nichts gesammelt hätte. Darauf antwortet dieser: "Das ist doch Wahnsinn mit den Viechern! Ich sehe eine Schnecke, bücke mich, und husch ist sie weg!"




Diesen Witz aus den USA hat mir ein Mandant zugetragen:

Rechtsanwälte sollten niemals einer Zeugin eine Frage stellen, wenn sie auf deren Antworten nicht vorbereitet sind.

In einem Gericht in einer kleinen Stadt in den Südstaaten der USA rief der Anwalt des Klägers die erste Zeugin in den Zeugenstand, eine ältere großmütterliche Frau. Er ging auf sie zu und fragte sie: " Mrs. Jones kennen Sie mich?" "Ja, ich kenne Sie, Mr. Williams. Ich kenne Sie, seit Sie ein kleiner Junge waren und offen gesagt, Sie haben mich sehr enttäuscht. Sie lügen, Sie betrügen Ihre Frau, Sie manipulieren die Leute und reden schlecht über sie hinter deren Rücken. Sie glauben, Sie sind ein bedeutender Mann, dabei haben Sie gerade genug Verstand, um ein paar Blatt Papier zu bewegen. Ja, ich kenne Sie."

Der Anwalt war sprachlos und wusste nicht, was er tun sollte. Er ging ein paar Schritte im Gerichtssaal hin und her und fragte die Zeugin dann; "Mrs. Jones, kennen Sie auch den Anwalt der Verteidigung?" Sie antwortete: "Ja, ich kenne Mr. Bradley seit er ein junger Mann war. Er war faul, tut immer fromm, dabei hat er ein Alkoholproblem. Er kann mit niemandem einen normalen Umgang pflegen und seine Kanzlei ist die schlechteste in der ganzen Provinz. Nicht zu vergessen, er betrügt seine Frau mit drei anderen Frauen, eine davon ist Ihre. Ja, ich kenne ihn."

Daraufhin rief der Richter die beiden Anwälte zu sich an den Richtertisch und sagte leise zu ihnen: "Wenn einer von euch beiden Idioten jetzt fragt, ob sie mich kennt, schicke ich euch beide auf den elektrischen Stuhl!"




In den USA gilt auch keine Gebührenordnung. Da kann sich zwischen Anwalt und Mandanten schon der folgende Dialog zutragen, den ich von einem unserer Mandanten habe:

Mandant: Was nehmen Sie denn so an Gebühren?
Anwalt: 3.000 Dollar für drei Fragen.
Mandant: Finden Sie das nicht total überteuert?
Anwalt: Doch.- Und wie lauten Ihre anderen beiden Fragen?





Das soll hier erst einmal genügen. Ich werde auf dieser Seite weiter Anekdoten aus Recht und Praxis für Sie sammeln. Bis dahin können Sie aber selbst forschen:
Zum Beispiel: http://www.loriot.de/

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