A. Die Wahl der Steuerklasse, das Ende der gemeinsamen Veranlagung

Wer in der Ehe das sog. Ehegattensplitting in Anspruch nimmt (Stkl. 3 ⁄ 5), muss darauf achten, dass diese im Rahmen der gemeinsamen Veranlagung getroffene Steuerklassenwahl nur bis zum Ende des Jahres gilt, in dem die Trennung erfolgt ist.
Im Folgejahr müssen die getrennt lebenden Ehepartner die getrennte Veranlagung wählen.

Die falsche Steuerklasse kann zu erheblichen Steuernachzahlungen führen, was dem Unterhaltspflichtigen wirtschaftliche Nachteile einbringen kann, wenn aus seinem nach Steuerklasse 3 versteuerten Verdienst Unterhalt errechnet (und bezahlt) worden ist.

Unangenehm sind auch die möglichen strafrechtlichen Folgen, einer falschen Steuerklassenwahl.
Wer seine Einkünfte im Jahr nach der Trennung weiterhin in der Steuerklasse 3 versteuert, begeht eine Steuerhinterziehung. Neben den dann fälligen Steuernachzahlungen drohen zusätzlich empfindliche Strafen.


B. Steuerliche Entlastung durch Unterhalt und Versorgungsausgleich

Wer nach Steuerklasse I veranlagt ist und Unterhalt an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten zahlt, hat Anspruch auf Durchführung des sog. begrenzten Realsplittings. Der Unterhalt wird als Sonderausgabe entweder nachträglich (im Rahmen der Einkommensteuererklärung) oder laufend (durch Inanspruchnahme eines Freibetrages durch Antrag auf Lohnsteuerermäßigung) geltend gemacht.

Dem begrenzten Realsplitting muss der unterhaltsberechtigte Ehepartner unter der Voraussetzung zustimmen, dass ihm vom Unterhaltspflichtigen verbindlich zugesagt wird, ihn von allen etwaigen finanziellen Nachteilen freizustellen. Auch dieser Nachteilsausgleich gilt als Unterhalt und kann im Folgejahr zusätzlich geltend gemacht werden (Bundesfinanzhof Urt. vom 28.11.2007).

Für den Abzug von Unterhaltsleistungen gilt der Jahreshöchstbetrag von 13.805,- EUR (ab 2010: zuzüglich Beiträge für eine Basis-Kranken- und Pflegeversicherung).

Die Abzugsfähigkeit gilt natürlich auch unter nicht verheirateten Paaren für Unterhaltszahlungen nach § 1615 l BGB.

Auch hier empfiehlt es sich, den Rat eines Steuerberaters einzuholen. Die auszugleichenden Nachteile können nämlich erheblich sein und stehen womöglich in keinem angemessenen Verhältnis zur erzielbaren Steuerentlastung.


Vereinbaren Ehepartner, den Versorgungsausgleich gegen Ausgleichszahlung auszuschließen, sind seit 2015 solche Zahlungen zur Vermeidung des Versorgungsausgleichs als Sonderausgabe abzugsfähig.
Der Ausgleichberechtigte muss die Einnahme allerdings versteuern. Deshalb bedarf der Sonderausgabenabzug - wie beim begrenzten Realsplitting - seiner Zustimmung.